Glen Blog

Neues aus Wald und Bastelbude

Kategorie: Claudias Wollstube

Das Böhmerwaldschaf und die „Ausbeute“

Im Frühjahr hatte ich das Glück, über Facebook ein ganz außergewöhnliches Vlies vom Böhmerwaldschaf zu ergattern. Das Böhmerwaldschaf ist eine alte und gefährdete Rasse, eher klein bis mittelgroß und vorwiegend weiß. Wobei schwarze, braune oder gescheckte Schafe auch vorkommen. „Die Mischwolle der Waldschafe ist eine der rassespezifischen Merkmale. Sie hat sich durch die jahrhundertelange Anpassung der Rasse an die rauen Lagen der Mittelgebirgsregionen entwickelt. Die Wolle besteht aus dem eher groben Kurzhaar, dem Lang- oder Grannenhaar und den sehr feinen Wollfasern die den Hauptanteil bilden.“ (Quelle)

Dieses Vlies nun sprach mich sofort an. So schöner Crimp (Wellen / Locken, die ein Indiz für gute Elastizität sind). Und so schöne goldgelbe Farbe… dachte ich in meiner Anfänger-Ahnungslosigkeit… 😀

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Ein Kardiertier….

Ich hatte Claudia schon vor längerer Zeit versprochen, ihr eine Karde zu bauen. Irgendwann war es dann so weit…

Wie so häufig habe ich angefangen, ohne Bilder zu machen.
Also machen wir das wie in einer Kochshow: Ich habe da mal was vorbereitet… die kleine Walze:

Aber ihr Werdegang war recht analog zur großen Walze.

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Ein Wolf für Claudia

Dem geneigten Leser dieser Seite dürfte auffallen, das mein Gebiet die festen Werkstoffe sind, während Claudia eher zu den Faserwerkstoffen neigt. Doch manchmal Treffen sich unsere Welten…

In diesem Fall geht es um einen Wolf oder Wool Picker. Neben Geräten für den professionellen bzw. industriellen Einsatz gibt es für den Hobbyanwender mehr oder weniger zwei Bauweisen. Eine, nennen wir es mal Schwenk- oder Schaukelbauweise, die Recht leistungsfähig ist, da man hier Schwung und Masse des Wolfs optimal nutzten kann. Aber so ein Wolf benötigt auch mehr Platz. Die zweite Variante ist eine Kastenbauweise, diese erfordert etwas mehr Kraft, aber lässt sich relativ gut verstauen. Und da ich die meisten Flächen in unserer Hütte mit meinen Maschinen belegen will, wurde es ein Wolf in Kastenbauweise.

Kernstück eines jeden Wolfes sind Zinken, die gegenläufig stehen und zwischen denen die Wolle zerpflückt und aufgelockert wird. Dadurch lässt sie sich, von grobem Schmutz befreit, später besser weiter verarbeiten. In diesem Fall sollen die Zähne im 45° Winkel zur Bewegungsachse stehen und es kommen simple Nägel zum Einsatz. Damit das Holz nicht gesprengt wird, muss vorgebohrt werden, also habe ich mir für meine Bohrfräse eine einfache Auflage aus Holz gemacht.

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Das Texelschaf, Kardiertechniken und der Rocken

Schon vor einigen Wochen habe ich über Facebook (welch unerschöpfliche Quelle…) gewaschenes Texelschaf geschenkt bekommen. Dieses Wochenende nun hatte ich endlich Zeit, mich diesem gebührend zu widmen…


Ein Blick in das kürzlich erworbene „The Fleece an Fiber Sourcebook“ (absolut empfehlenswertes Buch!) brachte folgendes zu dieser Rasse zutage:
Das Texelschaf ist nach der niederländischen Insel Texel benannt, auf welcher es in der Mitte des 18. Jh. aus einer Kreuzung aus Lincoln- und Leicester Longwool- Schafen entstand. Ziel der Kreuzung war es, ein hochwertiges Fleischschaf zu züchten. Als übliche Mikronwerte werden 27-28 angegeben. (eigene Übersetzung, im Buch steht noch deutlich mehr 😉 ) Weiterlesen

Ausflüge ins Experimentelle

Man sagt mir ja eine gewisse Faszination für Historisches nach… (surprise, surprise!)
Da ist es ja recht naheliegend, dass mich das Wolle-Verarbeiten natürlich auch aus einer gewissen Neugier für alles Vergangene interessiert. Der Gedanke, dass Jahrtausende lang (ja tatsächlich! Jahrtausende! 😮 ) jedes Stück Stoff in Handarbeit entstanden ist, lässt mich immer wieder voll Bewunderung – gespickt mit einem Hauch Entsetzen – zurück. Erst wenn man selbst einmal 100 gr Wolle komplett selbst produziert hat, kann man ermessen, wie viel Arbeit all das gemacht hat. (Ich guck jetzt besser nicht in meinen Kleiderschrank… die Wertschätzung für Kleidung steigt jedenfalls…) Weiterlesen

Ein Paket aus Island

Pakete bringen Freude. In diesem Fall kam sie in Form zweier Vliese vom Islandschaf, ein Geburtstagsgeschenk meines Vaters für mich.

Beinahe 5 Kilo Wolle der besonderen Art:
(Wikipedia spricht:) Das Islandschaf ist eine Schafrasse, die zu den Nordischen Kurzschwanzschafen zählt. Islandschafe sind mittelgroß, haben in der Regel kurze Beine und sind kräftig gebaut. Die Wolle der Islandschafe kann 17 verschiedene Farbtöne von weiß über braun bis schwarz annehmen und weist zwei unterschiedliche Fasersorten auf: die Deckhaare, die Tog genannt werden, und die Unterwolle namens Þel (Thel). Das Tog besteht aus mitteldicken Haaren (> 27 Mikrometer Durchmesser, kurz Mikron) und taugt eher zu Nähgarn; die feineren Fasern des Þel sind nur etwa 20 Mikron dick, sind also sehr weich – ab 25 Mikron und weniger kann die Wolle von den meisten Menschen direkt auf der Haut getragen werden. Weiterlesen

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