Glen Blog

Neues aus Wald und Bastelbude

Autor: Claudia (Seite 1 von 2)

Wenn die Wolle zu Dir spricht…

… oder genauer, sie Dich anschreit: NIMM MICH!

So geschehen dieses Jahr im März.
Angesichts meiner nicht gerade… unwesentlichen Wollvorräte nehme ich mir regelmäßig vor, keine Wolle mehr zu kaufen. Ich habe deshalb auch schon einige Gruppen auf Facebook verlassen, um nicht weiter in Versuchung zu geraten. Doch es gibt Gruppen, die kann ich nicht verlassen, weil dort so viel Wissenswertes kursiert und die Gruppenmitglieder tatsächlich absolut respektvoll miteinander und mit den Kreationen, Versuchen und Fehlschlägen der einzelnen Mitglieder umgehen, dass es ein echter Verlust wäre, die Gruppe auszublenden. So auch die Gruppe „Schaf > Rohwolle > Garn > Kleidung: Gruppe für Allesselbstmacher“ . Und dort kam es über mich: Das Rhönschaf-Vlies von Frieder.

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Das Böhmerwaldschaf und die „Ausbeute“

Im Frühjahr hatte ich das Glück, über Facebook ein ganz außergewöhnliches Vlies vom Böhmerwaldschaf zu ergattern. Das Böhmerwaldschaf ist eine alte und gefährdete Rasse, eher klein bis mittelgroß und vorwiegend weiß. Wobei schwarze, braune oder gescheckte Schafe auch vorkommen. „Die Mischwolle der Waldschafe ist eine der rassespezifischen Merkmale. Sie hat sich durch die jahrhundertelange Anpassung der Rasse an die rauen Lagen der Mittelgebirgsregionen entwickelt. Die Wolle besteht aus dem eher groben Kurzhaar, dem Lang- oder Grannenhaar und den sehr feinen Wollfasern die den Hauptanteil bilden.“ (Quelle)

Dieses Vlies nun sprach mich sofort an. So schöner Crimp (Wellen / Locken, die ein Indiz für gute Elastizität sind). Und so schöne goldgelbe Farbe… dachte ich in meiner Anfänger-Ahnungslosigkeit… 😀

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Das Texelschaf, Kardiertechniken und der Rocken

Schon vor einigen Wochen habe ich über Facebook (welch unerschöpfliche Quelle…) gewaschenes Texelschaf geschenkt bekommen. Dieses Wochenende nun hatte ich endlich Zeit, mich diesem gebührend zu widmen…


Ein Blick in das kürzlich erworbene „The Fleece an Fiber Sourcebook“ (absolut empfehlenswertes Buch!) brachte folgendes zu dieser Rasse zutage:
Das Texelschaf ist nach der niederländischen Insel Texel benannt, auf welcher es in der Mitte des 18. Jh. aus einer Kreuzung aus Lincoln- und Leicester Longwool- Schafen entstand. Ziel der Kreuzung war es, ein hochwertiges Fleischschaf zu züchten. Als übliche Mikronwerte werden 27-28 angegeben. (eigene Übersetzung, im Buch steht noch deutlich mehr 😉 ) Weiterlesen

Ausflüge ins Experimentelle

Man sagt mir ja eine gewisse Faszination für Historisches nach… (surprise, surprise!)
Da ist es ja recht naheliegend, dass mich das Wolle-Verarbeiten natürlich auch aus einer gewissen Neugier für alles Vergangene interessiert. Der Gedanke, dass Jahrtausende lang (ja tatsächlich! Jahrtausende! 😮 ) jedes Stück Stoff in Handarbeit entstanden ist, lässt mich immer wieder voll Bewunderung – gespickt mit einem Hauch Entsetzen – zurück. Erst wenn man selbst einmal 100 gr Wolle komplett selbst produziert hat, kann man ermessen, wie viel Arbeit all das gemacht hat. (Ich guck jetzt besser nicht in meinen Kleiderschrank… die Wertschätzung für Kleidung steigt jedenfalls…) Weiterlesen

Ein Paket aus Island

Pakete bringen Freude. In diesem Fall kam sie in Form zweier Vliese vom Islandschaf, ein Geburtstagsgeschenk meines Vaters für mich.

Beinahe 5 Kilo Wolle der besonderen Art:
(Wikipedia spricht:) Das Islandschaf ist eine Schafrasse, die zu den Nordischen Kurzschwanzschafen zählt. Islandschafe sind mittelgroß, haben in der Regel kurze Beine und sind kräftig gebaut. Die Wolle der Islandschafe kann 17 verschiedene Farbtöne von weiß über braun bis schwarz annehmen und weist zwei unterschiedliche Fasersorten auf: die Deckhaare, die Tog genannt werden, und die Unterwolle namens Þel (Thel). Das Tog besteht aus mitteldicken Haaren (> 27 Mikrometer Durchmesser, kurz Mikron) und taugt eher zu Nähgarn; die feineren Fasern des Þel sind nur etwa 20 Mikron dick, sind also sehr weich – ab 25 Mikron und weniger kann die Wolle von den meisten Menschen direkt auf der Haut getragen werden. Weiterlesen

Frauenquote

Frauenquote… ein viel diskutiertes Thema und dabei fiel mir auf: stimmt! Bisher haben hier wohl nur Männer gebaut?! Wird’s also höchste Zeit zu zeigen: Auch Frauen können Rahmen löten!

Zugegebener Maßen ist das schon ein Weilchen her (Frühjahr 2010) und dieses Rad hat mich in meinen knapp 1,5 Jahren Göttingen begleitet…

Letztlich war ich bei diesem Rahmenbau-Projekt Patricks Versuchskaninchen: Kann er auch handwerklich unbedarften Menschen beibringen, einen Rahmen zu löten? Es war somit die Vorarbeit zu TotemBikes und ich würde sagen: Hat sehr gut funktioniert… 🙂

Fakten zum Bau:

  • Clombus SL Rohrsatz
  • Muffen: Long Shen
  • Silber gelötet
  • Gabel: Columbus SL und Long Shen

Und hier noch ein paar Fotos vom Löten:

Kurz vor dem Ersteinsatz:

Mittlerweile ist Persephone 3 Jahre alt und Persephone II. in Planung…

Rahmenreparaturen

In diesem Fall handelt es sich um zwei Specialized Stump Jumper mit leichten Lädierungen im Rahmen (Chainsuck etc.), die ausgebessert werden sollten.

Noch in der „alten Wirkungsstätte“ erreichte uns der Auftrag, diese beiden Schätze wieder auf Vordermann zu bringen. Der intensive Gebrauch hatte einige einschneidende Spuren an den Rahmen hinterlassen. Und der Eigentümer dachte sich, ach, wenn’s eh unter die Lötlampe kommt, dann können auch gleich ein paar Umbauten vorgenommen werden. So habe ich also sämtliche Dellen, Kratzspuren und unerwünschte Schaltaugen beseitigt, Schutzblechaufnahmen eingelötet, Cantibrücke und Rahmenschalthebel entfernt… usw.

Hier ein paar Bilder dazu:

reparierter Chainsuck

Cantibrücke darf weg:

 

und weg ist sie:

 

und eine Schutzblechaufnahme darf ran:

kleiner Kratzer. Uuunnd…

weg isser!

Nach einer abschließenden Schönheitskur beim Lackierer sind die beiden Rahmen nun wieder fit für flotte Ausflüge. 🙂

Matthias aus Leipzig

Matthias vom Fahrradladen Rückenwind in Leipzig hat sich in meiner Werkstatt ein Cyclocross-Rad gelötet.

Die Geometrie dieses Rades entstand um die Fixie Inc. Pure Blood Gabel herum. Nach den Probelötungen ging es ans Werk und da Matthias einen fillet brazed Rahmen wollte, hatte er viel Spaß beim Verschönern der Nähte mit jeder Menge Schleifleinen. 😀

Fakten zum Bau:

  • fillet brazed mit Messinglot
  • Rohrsatz gemischt aus Columbus und Fairing
  • Ritchey Ausfallenden
  • Gabel: Fixie Inc. Pure Blood

Und hier wieder die Bilder von der Geburt des Rahmens:

Zurück in Leipzig war die Neugier groß und so baute er den Rahmen schon ein erstes Mal auf, bevor er sein letztes Finish erhielt:

Es weihnachtet sehr…

…und der Rauschebart in rot klopft bereits mit der Rute an die Tür, wer trotzdem noch auf der Suche nach einem kleinen Geschenk für Freundin, Frau, Mutter oder Tochter ist, das man selber basteln kann, hier ein kleiner Tipp:

Selbst gehäkelter Rockschutz zum stilvollen Radeln 😀

Rockschutz

Die Anleitung dafür gibt’s hier. Viel Spaß allen, die sich daran versuchen wollen. Dieser hier oben entstand in absoluten Laienhänden.

Anmerkung der Redaktion: Wolle kann süchtig machen. Folgen sind hier im Blog zu sehen…

 

Tessa

Ecky kam mit dem Wunsch einen Monster Crosser sein Eigen zu nennen. Und bei der Entstehung seines Traumrades dabei sein zu können. Beides kein Problem und so sind denn die folgenden Bilder auch aus seiner Perspektive geschossen:

Wenn Crosser, dann richtig Crosser!

Fakten zum Bau:

  • gemuffter Rahmen
  • Muffen: Long Shen
  • Rohrsatz gemischt aus Columbus Spirit und Columbus Life
  • Streben Columbus 29’er
  • Silber gelötet

Und hier nun die weiteren Bilder der Entstehung des Monster Crossers „Tessa“:

Die Skizze

Der Zuschnitt

Und los geht’s!

Rauchschwaden

Feinarbeiten nebenbei. 🙂

Die Gabel entsteht

Unsere Arbeit ist getan:

Und so fährt Tessa nun durch Münster und Umgebung:

Ecky: Viel Spaß mit ihr auch weiterhin! 🙂

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